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 Horongai shi ~ Bittersüßer Tod

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Ritsuki
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BeitragThema: Horongai shi ~ Bittersüßer Tod    Do Feb 21, 2013 2:43 am

Dies ist eine FF von Death Note
Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen

Genre: Drama/Thriller
LG Ritsuki


Zuletzt von Ritsuki am Do Feb 21, 2013 2:48 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Horongai shi ~ Bittersüßer Tod    Do Feb 21, 2013 2:44 am

1. Prolog

„Tränen, so rot wie Blut,
verschmelzen mit dem schwarzen Eye Liner
und hinterlassen Narben auf meiner Haut“

Schwer atmend stand er da, über den leblosen Körper gebeugt. Seine Haare hingen ihm nass ins Gesicht und seine Kleider klebten an seinem Körper. Durch den Regen vermischte sich das Blut mit dem Regenwasser und bildete kleine Pfützen. Das einzige Licht kam von einer einzigen, flackernden Straßenlaterne ein paar Meter von dem jungen Mann entfernt. Der mit Diamanten besetzte Griff des Schwertes funkelte leicht im schwachen Licht und warf ein paar Lichtreflexe an die dunklen Wände.

Ein verächtliches Lächeln stahl sich auf seine Züge, als er den toten Körper vor sich betrachtete. Mit einem präzisen Schnitt hatte er dem Toten die Kehle durchgeschnitten. Außerdem hatte besagter auch noch diverse Schnittwunden, doch keine von diesen war tödlich. Gestorben war er durch den Schnitt an seiner Kehle.

Eine bedrückende Stille lag über dem kleinen Viertel der Stadt und man konnte nur das gleichmäßige Plätschern des Regens in den Pfützen und auf dem Asphalt hören. Der junge Mann legte den Kopf in den Nacken und sah in den grauen Himmel. Seine, von schwarzem Eye Liner umrandeten, Augen blickten emotionslos auf das dunkle Wolkenmeer.

Für einen kurzen Augenblick sah er einfach nur so in den Himmel, dann steckte er das Schwert zurück in das Rückenhalfter, das er unter seinem schwarzen Hemd trug. Seine Haare fielen über den Griff und verbargen ihn so vor den Blicken der Anderen.

Mit einem letzten Blick auf die Leiche, drehte er sich um und ging langsam die Gasse entlang. Heute Abend würde vermutlich niemand mehr hier vorbei kommen. Das Geräusch seiner Schritte hallte in den leeren Straßen wieder, während er die etwas belebteren Viertel Tokyos ansteuerte.
Schon bald wurden die Straßen voller und er ließ sich einfach von der Menge treiben. Ein Ziel hatte er nicht, er lief einfach nur so umher.

Stunde um Stunde verrann und irgendwann war er an einem Park angekommen. Von hier aus war es nicht mehr weit bis zu seiner Wohnung. Müde ließ er sich auf einer Bank nieder. Beim Sitzen drückte das Halfter für sein Schwert unangenehm, doch er ignorierte es.
Der Regen hatte noch immer nicht aufgehört und mittlerweile wehte ein kalter Wind.
Der junge Mann fröstelte leicht und schlang seine Arme um seinen Oberkörper. Er hätte auch einfach nach Hause gehen können, doch er wollte noch einen kurzen Moment lang die Stille der Nacht genießen.

Der Park war nur von wenigen Laternen beleuchtet, die aber alle nur schwaches Licht spendeten. Die Bäume warfen hohe und dunkle Schatten, während der Wind ein heulendes Geräusch verursachte, wenn er um die Baumstämme jagte. Regentropfen peitschten ihm ins Gesicht und er war froh, dass niemand Nachts in diesen Park ging. So hatte man hier seine Ruhe, vor der Hektik der Stadt und vor allem des Nachtlebens.

Wie lange er einfach nur so da saß und in die Dunkelheit starrte, wusste er nicht. Doch irgendwann begann er zu frieren und schließlich erhob er sich langsam. Eigentlich hätte er jetzt ausgeruhter sein müssen, doch er fühlte sich nur noch erschöpfter, als er den Weg zu seiner Wohnung antrat...
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BeitragThema: Re: Horongai shi ~ Bittersüßer Tod    Do Feb 21, 2013 6:28 am

2. 1. Hilfe eines Traumes

„Sie fallen und versinken im weißen Schnee.
Dort geraten sie in Vergessenheit...“

„Schon wieder ein Mord...“ Die junge Schriftstellerin Sayu saß am Küchentisch und las, wie jeden Morgen, die Zeitung während sie in aller Ruhe ihren Kaffee trank.
In den letzten Wochen hatte man immer wieder von Morden gelesen. Bei jeder Tat war dem Opfer mit einem einzigen, sauberen Schnitt die Kehle aufgeschnitten worden. Der Mörder mordete aber nur wenn es regnete, wodurch man nie irgendwelche Spuren fand. Der Regen wusch alles fort.

Die Arbeit an ihrem letzten Buch hatte sie gerade abgeschlossen und noch wusste sie nicht so wirklich über was sie als nächstes schreiben sollte. Sie könnte doch über diesen Serienmörder schreiben. Ein eiskalter Killer bringt mit einem Schwert Menschen um. Ein Muster gibt es nicht, er mordet wahllos, aber nur wenn es regnet...
Nur wo sollte sie beginnen? Um ein Buch über einen Mörder zu schreiben musste man sich in dessen Gedanken hineinversetzen können. Wie suchte der Mörder sein nächstes Opfer? Suchte er es aus, oder brachte er einfach jemanden um, dem er gerade über den Weg lief. Vor allem stellte sich die junge Dame aber die Frage, was das Motiv des Täters war. Wieso er all diesen Menschen das Leben nahm.
Sayu seufzte und legte die Zeitung beiseite. Mit der Tasse Kaffee in der Hand machte sie sich auf den Weg ins Wohnzimmer, wo ihr Telefon lag. Sie würde zuerst ihren Lektor anrufen und ihm von ihrer Idee berichten.
Den ganzen Tag zerbrach die Braunhaarige sich den Kopf und blätterte in einigen ihrer Krimis, die sie im Laufe der Jahre gekauft hatte. Sollte sie einen normalen Kriminalroman schreiben, oder doch lieber einen Thriller? Ihr Lektor hatte ihr nur gesagt, sie hätte alle Freiheiten.
Zunächst brauchte sie eine Person, um die sich die Geschichte drehen würde. Den Mörder. Das war ihr größtes Problem. Sie konnte sich diesen grausamen Menschen einfach nicht vorstellen.
Sie brauchte einen Namen, das Aussehen und vor allem einen Charakter. Doch wie sollte sie sich all das einfach so ausdenken? Sie wollte immerhin über eine reale Person schreiben.
Am besten wäre es, wenn sie jemanden hätte, den sie als Vorbild nehmen könnte.
Seufzend ließ sie sich auf ihrer Couch fallen und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Ihr fiel einfach nichts ein. Es gab zwar mittlerweile einige Zeichnungen des Mörders, aber auch bei diesen handelte es sich nur um Skizzen irgendwelcher Leute, die versucht hatten sich ein Bild von dem Mörder zu machen.
Dabei wusste niemand, wie alt er war. Man wusste nicht einmal, ob man nach einem Mann oder einer Frau suchte.
Sayus Blick wanderte zum Fenster. Es regnete, wie so oft in letzter Zeit. Also würde es heute Abend wieder eine Leiche geben. Zwar waren die Leute von der Polizei gewarnt worden, abends bei Regenwetter nicht mehr durch die verlassenen Viertel Tokyos zu streifen, doch bestimmt hielten sich nur die wenigsten daran...
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BeitragThema: Re: Horongai shi ~ Bittersüßer Tod    Fr Feb 22, 2013 1:37 am

2. 2. Hilfe eines Traumes

~ Like a Star @ heaven ~

Eilig lief der junge Mann, durch eine leere, dunkle Gasse. Straßenlaternen gab es in dieser Gegend kaum.
Sein Atem ging stoßweise und seine platinblonden Haare fielen ihm wirr in die Stirn. Das Wasser spritze nur so, als er durch die Pfützen rannte.
Noch immer hörte er die Schritte hinter sich und drehte sich um, um zu sehen, wie groß sein Vorsprung noch war. Denn lange würde er dieses Tempo nicht mehr durchhalten. Er war noch nie besonders sportlich gewesen, vor allem wegen seines Asthmas.
Sein Verfolger holte immer weiter auf. Aufgrund der schwarzen Kleidung des Anderen konnte man ihn in der Dunkelheit kaum ausmachen, doch der Schwertgriff glitzerte im Licht der fast erloschenen Laterne.
Der Blonde beschleunigte seine Schritte, doch nach wenigen Metern stieß er auf eine Wand. Er war geradewegs in eine Sackgasse gelaufen. Erschöpft lehnte er sich gegen die kühle Mauer. Jetzt war es sowieso egal. Er würde diese Verfolgungsjagd nicht überleben, dessen war er sich sicher.
Der in schwarz gekleidete Mann kam langsam näher. Kalte Augen, mit Eye Liner umrandet, musterten ihn durch den schwarzen Pony. „Warum??“ Die Stimme des Blonden war nicht mehr als ein heiseres Wimmern. „Warum ich?“
Der Schwarzhaarige lächelte, gab aber kein Wort von sich. Stattdessen hob er langsam das Schwert und setze es dem jungen Mann an die Kehle.
Dieser schloss seine Augen und auf einmal durchfuhr ihn ein beißender Schmerz. Er merkte wie warmes Blut aus dem Schnitt an seinem Hals sprudelte und sein durchnässtes, weißes Hemd leicht rot färbte. Auch sein Mund füllte sich mit Blut, während er an die Wand hinunter sackte und seinen Mörder ansah.
Jetzt konnte er das ganze Gesicht des Monsters sehen, von dem auch er schon so oft gelesen hatte. Die sanften Züge waren von einer erschreckenden Emotionslosigkeit geziert und die Augen sahen aus wie furchteinflößend leuchtende Rubine.
Jetzt drehte der Schwarzhaarige sich um, steckte das Schwert zurück in das Rückenhalfter und ließ sein Opfer zurück.
Den rasselnden Atem des Blonden konnte er noch einige Male hören, dann verstummte alles und die Stille kehrte zurück.
Wie alt war der Junge eigentlich gewesen? 18? Oder vielleicht doch schon 19? Eigentlich noch viel zu jung um zu sterben...
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BeitragThema: Re: Horongai shi ~ Bittersüßer Tod    So Feb 24, 2013 6:22 am

2. 3. Hilfe eines Traumes

~ Like a Star @ heaven ~

Sayu starrte immer noch aus seinem Fenster. Trotz der bunten Leuchtreklame wirkte die Stadt bei Regen einsam, grau, verlassen und trostlos. Vielleicht mordete der Serienkiller deswegen nur wenn es regnete? Weil er diese Trostlosigkeit nicht ertrug...
Vermutlich war das ein bisschen weit her geholt. Aber hatten Mörder eigentlich immer einen triftigen und nachvollziehbaren Grund für ihr Handeln? Warum nahmen sie all diesen Menschen das Leben?
Auf einmal kam ihr eine Idee und hektisch legte sie die Bücher, die sich auf ihrem Couchtisch stapelten, beiseite und suchte nach ihrem Handy. Rasch wählte sie die Nummer ihres Lektoren.
Dieser fand Sayus Idee ebenfalls ziemlich gut und deshalb versprach er, zu versuchen ein Treffen zu arrangieren.
Lächelnd ging Sayu ins Bad und putzte sich die Zähne. Bevor sie einschlief, las sie noch in einem ihrer Thriller.
Auch in dieser Geschichte, hatte der Mörder kein wirkliches Tatmotiv, sondern mordete wahllos.
Nach einer guten Stunde jedoch, waren die Augen der Schriftstellerin so schwer, das sie über ihrer Lektüre einschlief.
Doch sie schlief alles andere als ruhig. In ihren Träumen sah sie dauernd irgendwelche Menschen, denen die Kehle sauber durchtrennt worden war. Und immer wieder tauchte dieses Bild von einem jungen Mann in schwarzer Kleidung mit einem Schwert in der Hand auf. Sein Lächeln wirkte verächtlich, wenn er die Leichen ansah, doch sobald er sein Gesicht abwendete schlich sich eine erschreckende Gleichgültigkeit auf seine Züge. Die schwarzen Haare verdeckten leicht die Augen und nie konnte man das ganze Gesicht erkennen. Und doch kam dieser Mann Sayu seltsam bekannt vor.
Die ganze Zeit über war es ihr so vorgekommen, als würde sie den Mann zwar beobachten können, aber dieser schien sie nicht sehen zu können. Auf einmal jedoch drehte er sich zu ihr um und kam mit einem unheimlichen Grinsen auf die junge Schriftstellerin zu. Der Braunhaarige wich unwillkürlich zurück, doch als der junge Mann ihr das Schwert an die Kehle setzen wollte, wachte sie auf.
Schweißgebadet saß sie aufrecht in ihrem Bett und versuchte ihre hektische Atmung zu beruhigen. Es war ja nur ein Traum gewesen, wenn auch ein ziemlich realistischer. Dennoch nur ein Traum.
Ein helles Licht erleuchtete plötzlich den Raum und ließ Sayu erneut zusammenzucken. Nur einige Augenblicke später vernahm sie ein lautes Donnergrollen. Anscheinend war genau über Tokyo ein heftiges Gewitter.
Sayu griff nach ihrem Kuschelkissen und mummelte sich wieder in die Decke ein, nachdem sie das Buch zur Seite gelegt hatte. Was war das überhaupt für ein komischer Traum gewesen? Sie hatte von all den Opfern des Serienkillers geträumt, so viel stand fest. Doch wer war der schwarzhaarige, junge Mann gewesen, der ihr so bekannt vorkam? War das der Mörder?
Kopfschüttelnd verwarf sie diesen Gedanken wieder. Vielleicht stellte sie sich den Killer so vor...
Trotzdem würde sie das Aussehen des jungen Mannes aus ihrem Traum als Vorbild für ihr Buch nehmen.
In ihrem Kopf nahm die Geschichte langsam Gestalt an. Und durch ihre Abmachung mit ihrem Lektor, würde sie schon bald mit der Arbeit beginnen können. Die nächsten Tage würde sie noch ein wenig recherchieren und spätestens nach dem Treffen, würde sie wissen, wie sie den Mörder charakteristisch darstellen sollte...
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BeitragThema: Re: Horongai shi ~ Bittersüßer Tod    Sa März 02, 2013 4:02 am

Schreib weiter will mehr lesen xD


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BeitragThema: Re: Horongai shi ~ Bittersüßer Tod    Sa März 02, 2013 4:33 am

3. 1. Alles is grau.

„Die Schatten schwinden nicht,sie nehmen zu.
In dem Versuch das Licht auszulöschen...“

„Das... Das kann nicht sein!“ Ungläubig starrte der junge Student Matt den Polizisten an. Er konnte das einfach nicht glauben. Sein kleiner Bruder sollte von dem Serienkiller getötet worden sein?
„Es tut mir wirklich sehr leid. Aber hier ist der Beweis.“ Der Polizist zeigte dem rothaarigen ein Bild, auf dem man die Leiche eines blonden, jungen Mannes sehen konnte.
„Nein!!“ Der Student lehnte sich an die Wand des Flures und schloss für einen Moment die Augen. Das war doch alles nur eine Lüge... Warum sollte sein Bruder tot sein?
„Alles in Ordnung?“ Matts bester Freund Near stand im Türrahmen zum Wohnzimmer. Im Hintergrund hörte man noch die Musik des Videospiels, dass die beiden gerade gespielt hatten. „Der Bruder ihres Freundes hier, ist Opfer des Serienkillers geworden.“ Der Polizist wandte sich nun an den Weißhaarigen. Dieser senkte betroffen den Blick.
„Ich würde sie bitten, jetzt zu gehen. Mein Freund braucht etwas Zeit um diese Nachricht zu verarbeiten.“ Near warf einen kurzen Blick zu Matt, der auf dem Boden saß und ins Leere starrte. Der Beamte schien zu verstehen. „Natürlich. Auf Wiedersehen.“ Er verbeugte sich höflich und ging dann. Near schloss die Tür hinter ihm.
„Matt? Komm mit ins Wohnzimmer, ja?“ Der Weißhaarige wandte sich an seinen Freund, der immer noch mit seinen Gedanken weit weg zu sein schien. „Near... Ich schwöre dir, ich werde seinen Mörder finden. Ich gebe nicht auf, bis dieses Schwein hinter Gittern sitzt.“ Die Stimme des rothaarigen war leise und zitterte ein wenig, aber trotzdem konnte man die Entschlossenheit deutlich hören.
Matt stand auf und folgte seinem besten Freund zur Couch. In ihm hatte sich eine gähnende Leere ausgebreitet. Er wusste nicht was er denken sollte, oder wie er sich verhalten sollte.
Sollte er weinen, stumm trauern oder vielleicht doch einfach so tun als wäre nichts passiert?
„Wie willst du den Serienkiller denn schnappen?“ Nears Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. „Ich weiß es nicht. Aber mir wird schon was einfallen.“ „Vielleicht kann L uns ja helfen. Er müsste sich doch die innere Situation des Killers vorstellen können.“ Matt nickte einfach nur. Seufzend erhob er sich und schaltete die Playstation aus. „Near? Könntest du jetzt bitte gehen? Ich ruf dich dann morgen an, in Ordnung?“
Sofort erhob der Weißhaarige sich und zog sich seine Jacke und seine Schuhe an. Bevor er die Wohnung seines besten Freundes jedoch verließ, zog er diesen noch in eine feste Umarmung.
Dann ging er und Matt stand noch so lange in der Tür, bis er keine Schritte mehr hören konnte und wieder Stille im Treppenhaus einkehrte.


Zuletzt von Ritsuki am So März 03, 2013 3:02 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Horongai shi ~ Bittersüßer Tod    So März 03, 2013 3:01 am

3. 2. Alles ist grau.

~ Like a Star @ heaven ~

Ungeduldig lief Sayu vor dem riesigen, grauen Betonklotz auf und ab. Sie fühlte sich hier nicht gerade wohl, und allein schon der Gedanke daran, hier auch nur eine Nacht verbringen zu müssen, ließ ihr einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Das Stacheldraht auf der hohen Mauer, die das Grundstück umgab, ließ das große, öde Gebäude auch nicht sympathischer wirken.
„Tut mir Leid, dass ich zu spät bin.“ Die junge Schriftstellerin zuckte zusammen, als sie plötzlich die Stimme ihres Lektors neben sich vernahm. „Sie können mich doch nicht so erschrecken!“, fuhr sie den Mann an. „Tut mir leid, aber wir sollten keine Zeit mehr verlieren. Haben sie einige Fragen vorbereitet?“
Die Braunhaarige nickte und zusammen betraten sie das Foyer des Gebäudes. Eine junge, gelangweilt wirkende Frau, saß hinter dem Tresen am Empfang und lackierte sich ihre Fingernägel in einem leuchtenden Korallenrot. Als sie den Besuch bemerkte, sah sie kurz auf.
„Sind sie die zwei vom Buchverlag?“ „Ja, sind wir.“ Sayus Lektor verbeugte sich. „Einer der Aufseher wird sie gleich zu ihrem Gesprächspartner bringen. Sie können dort drüben Platz nehmen.“ Sie wies auf einige Stühle, an der gegenüberliegenden Wand und widmete ihre Aufmerksamkeit dann wieder ihren Fingernägeln.

„Sayu-san?“ Die Braunhaarige hob den Blick und sah den großen uniformierten Mann vor sich an. „Ich soll sie zu ihrem Freund bringen. Wenn sie mir bitte folgen würden?“
Die junge Schriftstellerin erhob sich und sah ihren Lektor fragend an. Würde sie etwa alleine mit diesem Kerl reden müssen? Als dieser dann den Kopf schüttelte, biss Sayu sich auf die Unterlippe und folgte dem Uniformierten durch die grauen Gänge.
Hier schien wirklich alles grau zu sein, denn nirgends hatte sie bis jetzt eine andere Farbe sehen können. Bestimmt wurde man depressiv, wenn man hier zu lange wohnte.
„Wir sind da. Ich werde vor der Tür bleiben, falls etwas sein sollte.“
Mit einem mulmigen Gefühl im Magen betrat Sayu den Raum und sah sich um. Es gab ein Waschbecken, ein Bett, einen kleinen Schrank und am Fenster stand ein Tisch mit zwei Stühlen. Und auf einem dieser Stühle saß ein Mann, der mit leerem Blick aus dem Fenster starrte. „Entschuldigung, mein Name ist Sayu. Ich würde gerne mit ihnen sprechen.“ Die Braunhaarige versuchte sich ihre Nervosität nicht anmerken zu lassen. Der Blonde drehte seinen Kopf und sah sie an. „Guten Tag. Setzen sie sich doch. Mein Name ist Mello.“
Nachdem die junge Schriftstellerin Platz genommen hatte, blätterte sie in ihrem Block, bis sie eine leere Seite gefunden hatte. „Wissen sie, Sayu? Es kommt nicht oft jemand um mit Leuten wie mir zu reden. Bei mir sind Sie die Erste.“
Mellos Stimme klang traurig, als er dies sagte.
„Würden sie mir bitte erzählen, wieso sie damals diese fünf Menschen umgebracht haben? Ich möchte nämlich ein Buch über einen Serienkiller schreiben.“ Erstaunt sah der Blonde sie an. „Sie sind Schriftstellerin? Dann helfe ich ihnen gerne, ich schätze gute Bücher sehr.“ Ein Lächeln schlich sich auf seine Züge, aber es verschwand, sobald er ansetzte von den Morden zu sprechen.
„Der erste Mord war einfach nur ein Versehen. Ich hatte mich mit meinem besten Freund heftig gestritten und ich war so wütend, dass ich ihn ohne es wirklich zu merken, getötet hatte.
Der Anblick von seiner Leiche hat in mir irgendwie etwas verändert. So ähnlich, als hätte man eine Lawine ausgelöst.
Später brachte ich noch seine Freundin um, seinen Bruder, und zwei andere Freunde von ihm. Damit hatte ich alles vernichtet, was ihm etwas bedeutet hatte.
Dann aber fasste die Polizei mich und jetzt bin ich hier.“
Eifrig hatte Sayu alles mitgeschrieben. „Darf ich sie noch etwas fragen?“ Mell musste über die Höflichkeit der Braunhaarigen lächeln. Diese junge Frau war sie einzige, seit Jahren, von dem er wie ein normaler Mensch behandelt wurde, den man respektierte. „Nur zu.“
„Haben sie von dem Serienkiller gehört, der immer bei Regen jemanden umbringt?“
„Ja habe ich. Und warum fragen sie?“
„Könnten sie sich vielleicht denken, warum er das tut? Wieso er wahllos irgendwelche Menschen umbringt?“
„Das ist eine gute Frage, aber ich fürchte die könnte ihnen, wenn nur er selbst, beantworten. Aber es gibt auch Leute, die ohne Grund andere töten. Es gab mal einen Mörder, der sagte, er würde sich nur lebendig fühlen, wenn er anderen das Leben nahm.“
„Okay, mehr Fragen hab ich nicht. Ich danke ihnen, Mello. Sie waren mir wirklich eine große Hilfe.“ Sayu erhob sich und verbeugte sich vor dem Blonden.
„Nichts zu danken. Aber ich hätte eine Bitte. Wenn das Buch fertig ist, könnte ich dann vielleicht ein Exemplar bekommen.“
Verwundert über diesen seltsamen Wunsch sah die Braunhaarige ihr Gegenüber an. „Natürlich. Auf Wiedersehen.“
„Auf Wiedersehen“
Die Braunhaarige drehte sich um und verließ den Raum. Dieser Mann wirkte auf sie nicht wie ein fünffacher Mörder, sondern eher wie ein Mann, der sich mit seinem trostlosen Schicksal abgefunden hatte...
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BeitragThema: Re: Horongai shi ~ Bittersüßer Tod    Fr März 15, 2013 4:20 am

4. Erinnerungen

„Sklave des Wahnsinns, Diener des Blutes.
Die Realität verschwimmt...“


Missmutig sah der Schwarzhaarige aus dem Fenster. Die Sonne schien, aber trotzdem war es kalt. Fast alle Menschen, auf der Straße waren warm angezogen und von unzähligen Geschäften konnte man Fetzen von Weihnachtsliedern hören. Dieses Jahr würde es wohl keine weißen Weihnachten geben. Dafür war es einfach zu warm. Aber es regnete oft...
Seufzend sah er sich um. Seine Wohnung spiegelte seine Einsamkeit wieder, genau wie seine Bilder.
Schon früher hatte er keine Freunde gehabt, sondern sich lieber zurückgezogen und gemalt. Er mochte es lieber, seine Gefühle mit Farben auszudrücken, als mit irgendjemandem darüber zu reden.
Dabei hatte es früher mal eine Person gegeben, der sie ihm Vertrauen geschenkt hatte. Sayu...
Allerdings war diese schon früh nach Tokyo gezogen und hatte ihn allein gelassen. Auch jetzt wusste er nicht, ob Sayu überhaupt noch in Tokyo lebte. Er hatte seine damalige beste Freundin aus den Augen verloren.
Entschlossen stand der junge Mann auf und holte eine neue Leinwand und die Farbtuben, aus dem Schrank. Immer wenn er nachdachte, entschloss er sich zu malen.
Sorgsam mischte er die erste Farbe die er brauchte und begann mit geübter Hand den Hintergrund in ein blasses Grau zu tauchen. Nach oben hin, wurde die Farbe heller, während sie nach unten weg dunklere Nuancen annahm.
Zielsicher begann er nun, die Umrisse eines Körpers zu malen. Ein kleines Mädchen, die ihre Knie umschlungen hatte und in einer ihrer kleinen Hände, eine Kette hielt.
Mit jedem Pinselstrich wuchs die Ähnlichkeit zwischen dem gemalten Mädchen und der besten Freundin, des Schwarzhaarigen. Nachdenklich verweilte er einen kurzen Moment und holte eine Kette hervor. Er trug sie immer bei sich, als Andenken an eine längst verblasste Freundschaft.
Allerdings betrachtete er sie nur, wenn er an Sayu dachte und in den Momenten in denen er sich nach seiner besten Freundin sehnte.
Andächtig fuhr er mit seinem Finger die Umrisse des Anhängers nach. Er bestand aus einer schlichten Metallplatte worauf Sayus Name prangte.
„Damit wir uns wiedererkennen, wenn wir uns eines Tages wieder treffen.“
Das waren Sayus Worte gewesen, kurz bevor sie aus dem Leben des Schwarzhaarigen verschwand. Ob seine beste Freundin die Kette mit seinem Namen wohl noch besaß? Oder hatte er sie weggeworfen?
Was war wohl aus Sayu geworden? Hatte sie ihren Traum verwirklichen können und war jetzt eine Schriftstellerin?
Vermutlich würde er es nie erfahren. Aber das spielte auch keine Rolle mehr für ihn.
Wege kreuzten sich und gingen auch wieder auseinander. Man traf Menschen und verlor sie wieder aus den Augen.
Der Schwarzhaarige malte die letzten Feinheiten der Kette und legte dann den Pinsel zur Seite.
Das Bild spiegelte die Sayu wieder, die er gekannt hatte und die ihn verlassen hatte.

~ Like a Star @ heaven ~

Traurig sah der kleine Junge seine beste Freundin an und Tränen stiegen ihm in die Augen. „Bitte geh nicht.“
Ein schwaches Lächeln stahl sich auf Sayus Lippen. „Wir werden uns eines Tages wieder sehen. Ganz bestimmt. Ich versprech' es dir.“ Sie kramte kurz in ihrer Hosentasche und gab dem Anderen eine Kette, auf der ihr Name stand.
„Damit wir uns wiedererkennen, wenn wir uns eines Tages wieder treffen.“

~ Like a Star @ heaven ~

Mit diesen Worten war seine beste Freundin aus seinem Leben verschwunden.
Seitdem hatte er Sayu nicht wieder gesehen und es hatte auch niemanden gegeben der ihren Platz eingenommen hatte. In letzter Zeit dachte er aber kaum noch an sie. Es regnete einfach zu oft.
An dem Tag, als Sayu gegangen war hatte es auch geregnet...
Sein Blick wanderte zu dem Schwert, das auf seinem Schreibtisch lag. Der Griff funkelte wie immer und der Schwarzhaarige lächelte. Dieses Schwert hatte er in einem kleinen Dorf im Süden Japans gekauft. Niemand würde dort suchen, wenn er wissen wollte, woher diese Waffe stammte.
Die Polizei würde all die Morde, der er verübte niemals aufklären können. Vermutlich tappten sie immer noch im Dunkeln, ohne jeglichen Anhaltspunkt.
Er griff nach der Zeitung und lächelte siegessicher. Genau wie er es sich gedacht hatte. Sie hatten nichts, aber auch rein gar nichts gegen ihn in der Hand. Stattdessen suchten sie nach einem 'geistig verwirrten' Mann, der über gute Fähigkeiten mit einem Katana verfügt. Wie lächerlich, es doch war.
In den Augen der Ermittler würde er, sollten sie ihn doch finden, nur ein einsamer, verschlossener, junger Mann sein.
Zum zweiten Mal an diesem Tag holte er die Kette von Sayu aus der Hosentasche. Diesmal jedoch warf er sie mit voller Wucht gegen die Wand, anstatt sie anzusehen. Er hatte Sayu noch immer nicht verziehen, dass sie ihn damals mit der Kette und einem leeren Versprechen zurückgelassen hatte.
Der Schwarzhaarige wusste ja nicht mal mehr, ob sie überhaupt noch in Tokyo wohnte. Vielleicht war sie ja umgezogen.
Auch wenn er das nicht glaubte. Schon damals war es immer Sayus großer Traum gewesen in Tokyo zu leben.
Tokyo, die Stadt die niemals schlief und in der alles möglich war.
Laut Zeitung würde es in den nächsten Tagen keinen Regen geben, sondern warmes Herbstwetter. Obwohl es mittlerweile Dezember war, könnte man denken es wäre Herbst.
Ihm würde wohl nichts anderes übrig bleiben, als wieder mehr zu malen, und mehr Bilder zu versteigern. Oder er könnte einfach so durch Tokyo laufen. Vielleicht würde er ja Sayu sehen!
Ebenso schnell, wie ihm dieser Gedanke gekommen war, verwarf er ihn auch schon wieder. Er würde Sayu nicht wieder sehen. Nie wieder.
Trotzdem erhob er sich jetzt um die Kette wieder aufzuheben. Vorsichtig legte er sie auf den Schreibtisch neben sein Schwert.
Bestimmt hatte Sayu die Kette schon längst nicht mehr, und er selbst konnte sich einfach nicht davon trennen. Wie so oft, wenn er an seine beste Freundin dachte, kam der junge Mann sich einfach nur erbärmlich vor.
Er hatte seine ganze Kindheit vergessen, nur die Zeit mit Sayu hatte sich in sein Gedächtnis eingebrannt. Egal wie sehr er es versuchte, er konnte sie nicht vergessen.

~ Like a Star @ heaven ~

Near war auf dem Weg zu seinem besten Freund Lawliet. Noch immer hatte Matt sich nicht gemeldet, und die beiden machten sich langsam Sorgen um ihn. Es war zwar verständlich, dass ihm die Sache mit seinem Bruder zu schaffen machte, aber wenn er sich weiterhin in seiner Wohnung verschanzte, verpasste er zu viel an der Uni. Zwar war Lawliet bei Matts Lehrern gewesen und hatte diese von der Situation des Studenten unterrichtet, doch er konnte sich nicht ewig verkriechen.
Near wartete schon an der Tür auf den Schwarzhaarigen und gemeinsam machten sie sich auf den Weg zu Matt. Sie würden ihrem Kumpel helfen, den Mörder seines Bruders zu finden, auch wenn sie keinen Plan hatten, wo sie anfangen sollten und ob sie es überhaupt schaffen würden. Aber beide wussten sie, wie viel es dem Rothaarigen bedeutete und wie sehr er seine Freunde jetzt brauchte...
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